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Geschichte
Eisenbahnlinie Turgi - Koblenz - Waldshut
1847 Eröffnung der Spanisch - Brötli - Bahn von Zürich nach Baden
1856 Eröffnung der Streckenverlängerung bis Brugg
1859 Eröffnung der Strecke Turgi - Koblenz - Waldshut
Am 18. August 1859 wurde die Eisenbahnstrecke Turgi - Koblenz - Waldshut in Betrieb genommen. Mit dem Bau der Strecke ist Turgi zum Abzweigebahnhof geworden. Das Bahnhofgebäude wurde in Insellage, das heisst zwischen den Gleisgruppen erbaut. Von 1993 bis 1997 wurde der Bahnhof Turgi vollständig modernisiert und erhielt das heutige Aussehen. Die Bahnhofgebäude von Koblenz, Döttingen und Siggenthal-Würenlingen stammen noch aus der Zeit der Eröffnung der Bahnlinie. Die Gebäude sind dem Normtyp der damaligen Nordostbahn zuzuordnen. Ähnliche Typen errichtete die Bahn damals auch in Rupperswil und Wildegg. Mit Rücksicht auf den zu erwartenden internationalen Transitverkehr hat die Nordostbahn bereits 1859 vorsorglich das Trasse samt Brücken und Tunnels für eine spätere Doppelspur vorbereitet.
Der Grenzbahnhof Koblenz erhielt 1876 seine erste Erweiterung, als die Strecke nach Winterthur über Bülach eröffnet wurde. Die Fertigstellung der Fortsetzung bis Stein-Säckingen erfolgte 1892. Koblenz wurde damit zum Eisenbahnknotenpunkt von dem vier Linien ausgehen. Die Strecken rund um Koblenz wurden erst spät elektrifiziert: Richtung Turgi und Stein-Säckingen 1944, Richtung Zurzach - Eglisau 1945 und Richtung Waldshut 1999 im Zusammenhang mit der Einführung von direkten Zügen Baden - Waldshut. Noch heute beweist Koblenz seine Funktion als wichtige Drehscheibe: Halbstündlich treffen sich hier die Regionalzüge von Baden, Zurzach und Waldshut und ermöglichen Umsteigeverbindungen mit ausgezeichneten Anschlüssen.
Mit der Linie Koblenz - Waldshut erfolgte der erste Zusammenschluss der Eisenbahnnetze der Schweiz und Deutschlands. Über die imposante Rheinbrücke führte die erste internationale Schienenverbindung zwischen den beiden Ländern. Nach den Brücken bei Neuhausen (1857) und bei Bad Ragaz (1858) war diejenige bei Koblenz die dritte Eisenbahnbrücke über den Rhein in der Schweiz. Die Übergang über den Rhein war während des zweiten Weltkrieges durch Schildwachen auf der Brücke und durch Bunkerstellungen oberhalb des Koblenzer Tunnels gesichert. Nachdem der letzte in Waldshut stehende Güterzug über die Brücke in die Schweiz geführt wurde, verhinderte anschliessend eine Entgleisungsvorrichtung weitere Fahrten über die Grenze. Diese Entgleisungsvorrichtung wurde durch den Verein Draisinen Sammlung Fricktal (DSF) im alten Lokomotivdepot geborgen und wird als Zeitzeuge in die eisenbahnhistorische Sammlung im Depot Koblenz integriert.
Diese Brücke über den Rhein ist die älteste noch in Betrieb stehende eiserne Eisenbahn-Fachwerkbrücke Europas. Auf Schweizer Seite grenzt sie an eine gemauerte Brücke mit 6 Öffnungen. Aufgrund ihres Alters und der Schutzwürdigkeit ist ihre Tragfähigkeit begrenzt; nicht umsonst wurde der Güterverkehr über diese Linie ab 1991 eingestellt.